Die Schragmüller Grundschule und ihre Geschichte

Die Geschichte unserer Schule begann am 13.03.1907 mit dem Ankauf des Grundstücks (Gemarkung Oestrich Flur Nr. 1311/198) für 7039,50 Mark vom Landwirt Voerste-Diekhoff. Die Beurkundung des Kaufvertrags beglaubigte der Amtmann Karl-Anton Schragmüller (*1858 †1934), dessen Namen die Schule seit 1970 bis heute trägt.

Die Königlich Preußische Regierung zu Arnsberg genehmigte den Grund- stückskaufvertrag "Von Schulauf- sichtswegen" am 27.04.1907 (siehe Unterschrift von Karl Schragmüller).

Bis 1908 entstand die 8-klassige evangelische Volksschule, die den Namen Friedrichschule trug.

 

Karl-Anton Schragmüller arbeitete von 1889 an als Amtmann des Amtes Mengede/Oestrich. Er hatte wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung einer hochmodernen Infrastruktur in Oestrich (Wohnungs- u. Straßenbau, Elektrizität, Gasbeleuchtung) und wurde erst 1910 verabschiedet. Seine Lieblingstochter Elsbeth ist bis heute bekannt als eine der ersten weiblichen Spioninnen ihrer Zeit. Sie leitete im 1. Weltkrieg die Spionageabteilung gegen Frankreich im Nachrichtendienst der Obersten Heeresleitung, als Frau sicher eine Seltenheit war.

Die einem Schloss ähnliche "Villa Schragmüller" errichtete der Amtmann mit Garten- und Parkanlage, Obst- und Gemüsegärten, Gärtner- und Kutscherhaus neben Stallungen für Pferde.

Durch den Betrieb der Zeche Hansemann und eines Stahlwerks wurde aus der Bauernschaft Oestrich ein modernes Industriegebiet, die Bevölkerung wuchs mit der wirtschaftlichen Entwicklung stetig an. Die Steuerkraft Oestrichs lag deutlich über der Mengedes; 1915 kam es schließlich zur Eingemeindung Oestrichs nach Mengede.

Aus der Zeit vor und während des 2. Weltkrieges gibt es keine Chronikaufzeichnungen mehr. "Durch Kriegseinwirkung muss diese verlorengegangen sein" schrieb der neue Schulleiter, Friedrich Petermann am 07.11.1949. Die angekündigte Nacharbeitung erfolgte wohl nicht mehr.

Bis in die Mitte der 50er-Jahre kamen noch viele Bergleute aus Polen, Schlesien und Masuren, um in Oestricher Schachtanlagen zu arbeiten.

Im Jahr 1987 erhielt die Schule wegen steigender Schülerzahlen erneut einen Anbau; links vom Altbau entstanden fünf Klassenräume, ein großer Mehrzweckraum und eine Küche.

Der Schuleingang liegt seitdem zwischen Alt- und Neubau. Der frühere Eingang wurde zur Schülerbücherei. Der auch dort gelegene Schulgarten wird endlich wieder genutzt und wird aktiv von Schülern der dritten Klassen bearbeitet.

 

Im Jahr 2002 erhielt die Schule mit Unterstützung  durch die Bezirksvertretung und den Förderverein ein neues Spielgerät auf dem hinteren Schulhof neben dem Bolzplatz. Beides wird sowohl zu Schulzeiten als auch nachmittags von Jung und Alt gern genutzt. Seit dem Schuljahr 2006/07 ist die Schragmüller-Grundschule "Offene Ganztagsschule" mit dem Kooperationspartner "Pari Sozial". Neben der Hausaufgabenbetreuung durch das Kollegium und die OGS-Kräfte bietet die Betreuung ein Vielseitiges Freizeitangebot für über 50 Kinder an.

Das ehemalige Kutscherhaus der Villa ist noch sehr gut erhalten und wird von einer Familie bewohnt, die eine Tierarztpraxis im Hause betreibt. Die Schragmüller Straße und der Schragmüller Park erinnern bis heute an die Zeit vor 100 Jahren.